Ausführlich

Nach dem Abschluss seiner Schriftsetzerlehre in einem Verlag und einem Praktikum bei Konrad Kunz — einem Schweizer Grafiker und ehemaligen Studenten von Armin Hofmann — studierte Severin Wucher von 1999 bis 2004 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB).

In der Klasse Systemdesign von Prof. Ruedi Baur gestaltete Severin Projekte in den Bereichen Informationsgestaltung und Editorial Design wie z.B. die temporäre Baustellenbeschilderung für die Stadt Leipzig oder die Website und Vorlesungsverzeichnisse der HGB. Als Diplomarbeit gestaltete Severin eine umfassende Forschungspublikation zum Thema »Das Gesetz und seine visuellen Folgen/La loi et ses conséquences visuelles«, das 2005 bei Lars Müller Publishers erschien und mit einem red dot Communication Award sowie einem iF Communication Design Award Gold ausgezeichnet wurde.

Nach dem Studium arbeitete Severin als Senior Designer mit Prof. Rayan Abdullah bei Markenbau Berlin/Leipzig, einer auf Corporate Identity und Corporate Design spezialisierten Design-Agentur. Unter anderem gestaltete er dort das Kompendium »Piktogramme und Icons« für den Verlag Hermann Schmidt Mainz.

2010/11 vertrat Severin Wucher die Professur für Informationsgestaltung an der Fakultät Gestaltung der Universität der Künste Berlin (UdK). 2009/10 hatte er eine Vertretungsprofessur für Informationsdesign an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (Saale) inne. Von 2004 bis 2008 arbeitete Severin als Künstlerischer Mitarbeiter in der Klasse Informationsgestaltung an der UdK Berlin bei Prof. Michael Klar, von 2008 bis 2010 bei den Gastprofessoren Erik Spiekermann und Andreas Schneider. Er hatte Lehraufträge an der Universidad Veracruzana in Xalapa/Mexiko, an der Fachhochschule Potsdam, an der Estonian Academy of Arts (Eesti Kunstiakadeemia) in Tallinn/Reval und hielt Workshops an der Brüsseler Kunst- und Designhochschule »La Cambre« und an der Fachhochschule München.

In den vergangenen Jahren forschte Severin — über seinen beruflichen Fokus auf Informationsgestaltung, Editorial Design und Visuelle Systeme hinaus — zur Geschichte des Grafikdesigns in Deutschland. Gemeinsam mit Kilian Krug und Markus Lerner entwickelte er den sogenannten »Forschungstisch«, eine interaktive Installation, die relevante Gestalterpersönlichkeiten des deutschen Grafikdesigns, ihre Arbeiten, Auftraggeber und Wirkungsstätten vergleichbar und intuitiv zugänglich darstellt. Außerdem engagierte sich Severin in kulturellen Austauschprogrammen: Gemeinsam mit dem Designer und Kulturmanager Gao Yi aus Peking veröffentlichte er das »PingPongProjekt«, ein Kompendium über relevante Grafikdesign-Positionen an Hochschulen in Deutschland.

Severin spielt Klavier und Kirchenorgel, liebt Kaffeehäuser, Literatur und das Unterwegssein, vor allem mit der Bahn. Wenn er dann von einer seiner Reisen wieder nach Berlin zurückkehrt und vom leuchtenden Farbton RAL 2002 (»Blutorange«) der U-Bahn-Linie 2 begrüßt wird, freut er sich darüber, dass Design die Welt nicht nur den Menschen zugänglicher, verständlicher und nutzbarer macht, sondern auch freundlicher und schöner.